Über das
Verhalten im Raum der Information Teil 10
gipfelthemen.de sprach mit Rafael
Capurro, Professor für Informationswissenschaft und
Informationsethik an der Hochschule der Medien (HdM),
Gründer des International Center for Information Ethics
(ICIE) und
Herausgeber der International Review of Information Ethics
(IRIE),
über die digitale Kultur und die "Hauptaufgabe der
Informationsethik, die Relativität des digitalen Weltentwurfs
im Informationsbereich aufzudecken."
10.Wie bewerten Sie den sich andeutenden
Trend, das Internet wieder zu verlassen, um sich ein Leben
ohne Spam, Viren, Würmern und allen negativen Begleiterscheinungen
des Netzes, in der "realen" Welt, zu verschaffen?
Das wäre eine Flucht vor dem, was ist.
Zugleich zeigt dieser Trend, dass Menschen sich dem Absolutheitsanspruch
der digitalen Technik widersetzen. Das ist nicht nur legitim,
sondern auch ethisch geboten. In welchem Ausmaß das
geschehen kann und muss, lässt sich nicht a priori entscheiden.
Hier kann eine lebenspraktische informationsethische Reflexion
Hilfe leisten. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass wir
in unserem Leben, privat und beruflich, sozusagen digitalfreie
Zonen brauchen, zum Beispiel in Bezug auf die zwanghafte Vorstellung
stets und überall per Handy erreichbar zu sein. Der manischen
Hoffnung ständig von anderen elektronische Botschaften
zu erwarten, entspricht die nicht wenige manische Vorstellung,
man hätte dauernd eine wichtige Botschaft, die man sofort
an diese und jene weitergeben müsste.
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Erschienen
bei gipfelthemen.de
am 31.05.2005
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