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Simone Gerdesmeier Datum: Wednesday, 16. May 2007
Von: Simone Gerdesmeier sgerdesmeier@politik-digital.de
An: sgerdesmeier@politik-digital.de
URL  www.gipfelthemen.de

Ein Feiertag für´s Internet

(Artikel) Spanier feiern gerne, sagt man, und zum Welttag der globalen Informationsgesellschaft feiern sie das Internet. Lateinamerika macht ebenfalls mit beim "Diá de Internet". Workshops und praktische Übungen sollen die Menschen an das weltweite Netz heranführen.

Der 17. Mai ist Christi Himmelfahrt, das dürfte deutschlandweit bekannt sein. Der 17. Mai ist zudem der Tag der globalen Informationsgesellschaft – diesen Titel hat die UNO im Jahre 2005 dem bisherigen Weltfernmeldetag verliehen. Der Tag soll dazu beitragen, die Beschlüsse des World Information Summit (WSIS) umzusetzen.

Die Spanier haben die Idee aufgegriffen, mit einem speziellen Feiertag die Informationsgesellschaft zu stärken: Sie feiern am 17. Mai den Tag des Internets, oder wie es auf Spanisch heißt, den Diá de Internet. Angestoßen hat diesen Feiertag die Vereinigung der Internetnutzer (Asociación de Usarios de Internet, AUI), eine Non-profit Organisation, 2007 findet der Diá de Internet bereits das zweite Mal statt. Ganz Lateinamerika und auch die spanischsprachige Gemeinschaft in den USA feiern mit – ein Ticker auf der Diá de Internet-Website zeigt die aktuelle Statistik: Insgesamt 22 Staaten nehmen teil, Interessierte haben die Wahl zwischen 412 Veranstaltungen.

Preise für vorbildliche Projekte

Genau wie die Vereinten Nationen hat sich AUI zum Ziel gesetzt, mit diesem Tag die Verbreitung des Netzes zu fördern. Im Mittelpunkt des spanischen Internet-Feiertags stehen Menschen, die entweder aufgrund unzureichender Zugangsbedingungen oder durch eine körperliche Behinderung von der Internetnutzung ausgeschlossen sind. Unterstützt wird die Initiative vom spanischen Ministerium für Industrie, Tourismus und Handel.

Einer der Höhepunkte wird die Verleihung der „Premios Diá de Internet“ sein: Die Preise zeichnen Personen und Institutionen aus, die sich dafür eignesetzt haben, die Informationsgesellschaft zu stärken und mit ihren Projekten zur Verbreitung von Netzzugängen und zur Überbrückung der digitalen Spaltung beigetragen haben. Bis zum 11. Mai konnten auch die Internetnutzer ihre Favoriten wählen.

Teilnehmer üben Videoblogging und Online-Abstimmungen

Die einzelnen Veranstalter können frei entscheiden, welche Aktionen sie anbieten – solange diese dem Grundgedanken des Diá de Internet entsprechen. In spanischen und lateinamerikanischen Kommunen finden Tagungen und Kongresse statt, zudem sollen die Menschen durch Workshops und praktische Übungen an das Internet herangeführt werden: In Argentinien will beispielweise die Organisation „Periodismo entre Ríos“ den Besuchern zeigen, wie man sich in der grenzenlosen Informationsmenge des Netzes zurechtfindet, und führt zu diesem Zweck eine Podiumsdiskussion durch. Das Netzwerk für Videoblogger VIMOZ aus Chile bietet eine Schulung zum Videoblogging an. Und in der spanischen Stadt Granada können die Bewohner online darüber abstimmen, ob die Alhambra, berühmtes Wahrzeichen der Stadt, eines der sieben neuen Weltwunder werden soll. Per Videokonferenz sind auch die Besucher der Hauptfeierlichkeiten in Málaga bei den einzelnen Veranstaltungen dabei.

Einen Tag des Internets riefen erstmals die USA in den 1990er Jahren ins Leben, um Schulen ans Netz zu bringen. Nachdem dieses Vorhaben abgeschlossen war, wurde auch der Tag des Internets nicht mehr begangen. In Spanien schlug AUI 2004 eine Wiederaufnahme des Feiertages vor, am 25.10.2005, zeitgleich mit dem WSIS in Tunis, fand der erste Diá de Internet statt. Um das UNO-Rahmenprogramm aufzugreifen, wurde das Datum 2007 auf den 17. Mai verlegt. Für die Zukunft ist geplant, dass möglichst alle Länder diesen Tag feiern und eigene Veranstaltungen rund um die Internetnutzung ausrichten.

Zuerst erschienen bei gipfelthemen.de am 16.05.2007
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