Ein Feiertag für´s Internet
(Artikel) Spanier feiern gerne, sagt man, und zum
Welttag der globalen Informationsgesellschaft feiern sie das
Internet. Lateinamerika macht ebenfalls mit beim "Diá
de Internet". Workshops und praktische Übungen sollen
die Menschen an das weltweite Netz heranführen.
Der 17. Mai ist Christi Himmelfahrt, das dürfte deutschlandweit
bekannt sein. Der 17. Mai ist zudem der Tag der globalen Informationsgesellschaft
– diesen Titel hat die UNO im Jahre 2005 dem bisherigen
Weltfernmeldetag verliehen. Der Tag soll dazu beitragen, die
Beschlüsse des World Information Summit (WSIS) umzusetzen.
Die Spanier haben die Idee aufgegriffen, mit einem speziellen
Feiertag die Informationsgesellschaft zu stärken: Sie
feiern am 17. Mai den Tag des Internets, oder wie es auf Spanisch
heißt, den Diá
de Internet. Angestoßen hat diesen Feiertag die
Vereinigung der Internetnutzer (Asociación
de Usarios de Internet, AUI), eine Non-profit Organisation,
2007 findet der Diá de Internet bereits das zweite
Mal statt. Ganz Lateinamerika und auch die spanischsprachige
Gemeinschaft in den USA feiern mit – ein Ticker auf
der Diá de Internet-Website zeigt die aktuelle Statistik:
Insgesamt 22 Staaten nehmen teil, Interessierte haben die
Wahl zwischen 412 Veranstaltungen.
Preise für vorbildliche Projekte
Genau wie die Vereinten Nationen hat sich AUI zum Ziel gesetzt,
mit diesem Tag die Verbreitung des Netzes zu fördern.
Im Mittelpunkt des spanischen Internet-Feiertags stehen Menschen,
die entweder aufgrund unzureichender Zugangsbedingungen oder
durch eine körperliche Behinderung von der Internetnutzung
ausgeschlossen sind. Unterstützt wird die Initiative
vom spanischen Ministerium
für Industrie, Tourismus und Handel.
Einer der Höhepunkte wird die Verleihung der „Premios
Diá de Internet“ sein: Die Preise zeichnen
Personen und Institutionen aus, die sich dafür eignesetzt
haben, die Informationsgesellschaft zu stärken und mit
ihren Projekten zur Verbreitung von Netzzugängen und
zur Überbrückung der digitalen Spaltung beigetragen
haben. Bis zum 11. Mai konnten auch die Internetnutzer ihre
Favoriten wählen.
Teilnehmer üben Videoblogging und Online-Abstimmungen
Die einzelnen Veranstalter können frei entscheiden,
welche Aktionen sie anbieten – solange diese dem Grundgedanken
des Diá de Internet entsprechen. In spanischen und
lateinamerikanischen Kommunen finden Tagungen und Kongresse
statt, zudem sollen die Menschen durch Workshops und praktische
Übungen an das Internet herangeführt werden: In
Argentinien will beispielweise die Organisation „Periodismo
entre Ríos“ den Besuchern zeigen, wie man
sich in der grenzenlosen Informationsmenge des Netzes zurechtfindet,
und führt zu diesem Zweck eine Podiumsdiskussion durch.
Das Netzwerk für Videoblogger VIMOZ
aus Chile bietet eine Schulung zum Videoblogging an. Und in
der spanischen Stadt Granada können die Bewohner online
darüber abstimmen, ob die Alhambra, berühmtes
Wahrzeichen der Stadt, eines der sieben neuen Weltwunder werden
soll. Per Videokonferenz sind auch die Besucher der Hauptfeierlichkeiten
in Málaga bei den einzelnen Veranstaltungen dabei.
Einen Tag des Internets riefen erstmals die USA in den 1990er
Jahren ins Leben, um Schulen ans Netz zu bringen. Nachdem
dieses Vorhaben abgeschlossen war, wurde auch der Tag des
Internets nicht mehr begangen. In Spanien schlug AUI 2004
eine Wiederaufnahme des Feiertages vor, am 25.10.2005, zeitgleich
mit dem WSIS in Tunis, fand der erste Diá de Internet
statt. Um das UNO-Rahmenprogramm aufzugreifen, wurde das Datum
2007 auf den 17. Mai verlegt. Für die Zukunft ist geplant,
dass möglichst alle Länder diesen Tag feiern und
eigene Veranstaltungen rund um die Internetnutzung ausrichten.
- Zurück zur Rubrik "Multi & Kulti"
- Zum Forum
"Multi & Kulti"
|