Multi
& Kulti
Das Internet steht
für eine Vielfalt von Angeboten in einer globalisierten
Welt. Doch wie authentisch bildet das Internet die unterschiedlichen
Kulturen und Interessen ab? Das Unterthema „Multi
& Kulti“ greift die Frage nach Erhaltung der
kulturellen, sprachlichen und sozialen Vielfalt in und mit
Hilfe der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien
auf.
Für jeden
Geschmack haben die neuen Medien die passenden Inhalte zu
bieten. Für jeden? Trotz einer unglaublichen Menge an
Inhalten ist eine Konzentration auf bestimmte Personen, Interessen
und Regionen nicht zu verkennen. Entsprechen finden sich auch
die meisten Produzenten und Konsumenten von Inhalten in der
westlichen Welt. Diese seinen vornehmlich „weiß,
männlich und gut gebildet“. Profitieren von der
Wissens- und Informationsgesellschaft nur dominante Kulturen,
die Reichen und die Männer? Oder können Informations-
und Kommunikationstechnologien dazu beitragen, Vielfalt in
einer globalisierten Welt zu bewahren, kulturelles und soziales
Selbstbewusstsein und Eigenständigkeit zu unterstützen?
Dahinter steht die Frage, ob das Internet und andere neue
Medien eine sinnstiftende und gesellschaftsformende Kraft
entwickeln können.
Englisch als weltweite
Internetsprache hat sich nicht überall gleichermaßen
etabliert. Gehen einzelne Regionen - wie etwa die arabischen
Länder - eigenständige Wege im Netz? Wie können
zudem Kulturen von neuen Medien profitieren, deren Kultur
und Sprache sich in einer schutzwürdigen Position befindet?
Oder sind Internetangebote in allen Sprachen der Europäischen
Union oder in seltenen afrikanischen Dialekten sinnvoll?
Zivilgesellschaftliche
Gruppen fordern mehr Einfluss und Freiraum gegenüber
einer zunehmend kommerzialisierten Welt. Die Kontrolle großer
Medienunternehmen über die Inhalte im Netz betrachten
die zivilgesellschaftlichen Gruppen skeptisch, teilweise aus
Nostalgie um die Aufbruchstimmung im Netz, teilweise aus grundsätzlichen
Erwägungen. Hier stellt sich die Frage von Machtkonzentration
und Machtmissbrauch, die eine gewünschte Vielfalt verhindern
würde.
Auf dem dem UNO-Gipfel
zur Informationsgesellschaft (10. bis 12. Dezember 2003 in
Genf), aus dessen Anlass diese Internetseite entstand, wird
unter anderem diskutiert werden müssen, wie neue Medien
bei der Wahrung von multikultureller Vielfalt helfen können
und wo die Grenzen von „Multi & Kulti“ in
der Informations- und Wissensgesellschaft zu finden sind.
Gerade die Politik ist in diesem Bereich gefragt, eigene Zielvorstellungen
und Visionen zu entwickeln, die den Anforderungen einer neuen
globalisierten Welt Rechnung tragen.
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auf der ersten Seite der Rubrik „Multi
& Kulti“ im Oberthema „Weltweite Trends“.
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