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Simone Gerdesmeier Datum: Monday, 06. August 2007
Von: Simone Gerdesmeier sgerdesmeier@politik-digital.de
An: sgerdesmeier@politik-digital.de
URL  www.gipfelthemen.de

Regeln und Freiheit im Internet

(Kurztext) Weltweit zensieren etwa zwei Dutzend Länder Internet-Inhalte, zu diesem Ergebnis kam die OpenNet Initiative in einer Studie von 2007. Wie es um die Informations-, Presse- und Meinungsfreiheit online in Europa bestellt ist, untersucht die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) nun in einem ausführlichen Bericht. „Governing the Internet“ heißt der Report, sinngemäß „Das Internet regulieren“. Er soll einen Schritt zur Klärung der Frage darstellen, wie man im Internet einerseits größtmögliche Freiheit erreicht, ohne andererseits die Sicherheit der Nutzer zu gefährden. Bis zu welchem Maße sind staatliche Eingriffe zulässig oder sogar notwendig? Ab wann wird das Recht auf freie Rede verletzt?

Wie europäische Staaten mit diesen Herausforderungen der Neuen Medien umgehen, zeigen Fallbeispiele aus Georgien, Kasachstan, Lettland und Frankreich. Bewusst wählten die Autoren dabei auch Staaten mit eher geringer Verbreitung von Internet-Zugängen, die aber bei Fragen der Online-Regulierung interessante und nachahmenswerte Projekte aufwiesen, heißt es im Bericht.

Für Deutschland beschreibt Jennifer Siebert die Arbeit von jugendschutz.net, des bundesweiten Netzwerks für den Jugendschutz in den digitalen Weiten. Gegründet wurde dieses von den Jugendministerien der Bundesländer bereits 1997. Um ein sicheres Surfen für Kinder und Jugendliche zu gewährleisten, setze jugendschutz.net auf die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen. Kernpunkt des Internet-Jugendschutzes sei: Was offline nicht gesetzmäßig ist, ist auch online nicht legal.

Der OSZE-Bericht erscheint im Zusammenhang mit dem Internet Governanve Forum, der Nachfolgeveranstaltung des UN-Weltgipfels der Informationsgesellschaft. Das IFG will alle Interessenvertreter - Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft – an der Diskussion über die Wissensgesellschaft teilhaben lassen. Auf dem ersten Treffen in Athen 2006 schlossen sich die Beteiligten zu so genannten Dynamic Coalitions (dynamischen Koalitionen) zusammen, um in kleinen Gruppen spezifische Herausforderungen angehen zu können. Die OSZE ist an der „Dynamic Coalition on Freedom and Expression and Freedom on the Media Online“ („Koalition zur Meinungsfreiheit und Freiheit der Medien im Internet“) beteiligt. Der nun veröffentliche Bericht soll auch als Vorbereitung auf das nächste IFG im November 2007 in Rio dienen.

Erschienen bei gipfelthemen.de am 06.08.2007

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