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Beteiligung & Spielregeln
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Christoph Dowe Update: Wednesday, 03. November 2004
Von: Christoph Dowe <cdowe@politik-digital.de>
An: redaktion@politik-digital.de
URL: http://www.politik-digital.de/...cdowe

Beteiligung & Spielregeln

Die Rubrik „Beteiligung & Spielregeln“ widmet sich den politischen Rahmenbedingungen für die Nutzung der Informationstechnologien. Außerdem gehen die Experten und Autoren in dieser Rubrik auf die Frage ein, wie die neuen Technologien die Herausbildung von Demokratien in der Wissens- und Informationsgesellschaft unterstützen können und ob Trends wie eGovernment oder eDemocracy die Beteiligung der Bürger auf eine qualitativ neue Stufe zu heben vermögen.

Wer regiert die neuen Medien? Helfen die neuen Medien beim Regieren? Die Erwartungen an die Nutzung der neuen Medien im Bereich eGovernment sind groß: Verwaltung effizienter machen und dabei bis zu 400 Millionen Euro will die Bundesregierung im Jahr sparen, indem sie Online-Bürgerdienste, eGovernment-Angebote und Verwaltungsreform im Netz umsetzt. Steuererklärung online einreichen, Anmeldeformulare aus dem Netz laden, Informationen im Netz abrufen – der Gang in die Amtsstube soll durch eGovernment seltener werden.

Zudem erhoffen sich viele zivilgesellschaftliche und politische Akteure unter dem Schlagwort e-Democracy eine leichtere Beteiligung der Bürger an politischen Entscheidungsprozessen – durch Online-Voting vom heimischen PC, Diskussionsmöglichkeiten, virtuelle Protestmärsche, Online-Petitionen, Ketten-E-Mails oder andere innovative Partizipationsmöglichkeiten.

Doch der Weg hin zu diesen Zukunftsvisionen der Beteiligung führt über neue Spielregeln, die noch nicht alle im Regelhandbuch stehen. eGovernment Projekte scheitern oft an einem großen gesetzgeberischen Aufwand, der betrieben werden muss, um neue Dienstleistungen anzubieten. Wichtige technische Voraussetzung sind zudem Verschlüsselungstechnologien wie die elektronische Signatur, damit rechtsverbindliche Unterschriften digital geleistet werden können. Neue Beteiligungsmöglichkeiten wiederum scheitern oft daran, dass ein höheres Maß an Bürgerpartizipation gar nicht gewollt ist.

Auch Global sind Beteiligungen & Spielregeln beim Aufbau einer neuen Wissens- und Informationsgesellschaft ein Thema. Zum Beispiel Demokratisierung: Durch seine Dezentralität ist das Internet schwer zu kontrollieren. Für nicht demokratische Regierungen ist es schwerer geworden, unliebsame Meinungen aus dem Land zu verbannen. Demokratiebewegungen genießen im Internet einen Freiraum und können sich besser organisieren. Zum Beispiel Netzrecht: Was für Spielregeln stellt die Politik im Internet auf? Strafrecht und Urheberrecht wurden in vielen Staaten der EU bereits auf Bedürfnisse des Informationszeitalters angepasst. Welche Maßnahmen ergreift der Gesetzgeber zum Schutz der Verbraucher – z.B. gegen unerwünschte eMail-Werbung (Spam)? Zum Beispiel Internet-Regierung: Braucht es eine globale Steuerungsinstanz wie ICANN, die sich um das Namensrecht im Internet kümmert? Die Organisation hat soeben die Rechte der im Internet gewählten Vorstandsmitglieder beschnitten – Beteiligung auf dem Rückzug?

Während des UNO-Gipfels zur Informationsgesellschaft (10. bis 12. Dezember 2003 in Genf), aus dessen Anlass diese Internetseite entstand, müssen die Themen benannt werden, die „Beteiligung & Spielregeln“ ausmachen. Die Erwartungen an staatliche Steuerung müssen ebenso realistisch beschrieben werden, wie das bürgerschaftliche Potenzial der neuen Medien. Im besten Fall beginnt die Konsenssuche zwischen den Akteuren Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft, wie Beteiligung verbessert werden kann und welche Spielregeln die Wissens- und Informationsgesellschaft sich geben soll.

Sie befinden sich auf der ersten Seite der Rubrik „Beteiligung & Spielregeln“ im Oberthema „Weltweite Trends“. In unseren Rubriken finden Sie folgende Formate: Expertenstatements; Artikel „Aus der Praxis“; Artikel „Aktuelles“; Links zum Thema und vieles mehr.
Erschienen bei gipfelthemen.de am 1.6.2003

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