Die Entwicklung der Wissensgesellschaft
(Artikel) Die digitale Kluft wird schmaler, ist aber
noch längst nicht überwunden. Handys ermöglichen
auch Entwicklungsländern, an der Wissensgesellschaft
teilzunehmen, die Kosten für Internetzugänge sind
hier aber zehn mal höher als etwa in den USA. Das stellt
der "World Information Society Report 2007" fest.
Heute nutzen doppelt so viele Menschen Informations- und
Kommunikationstechnologien wie 1998. Das ist eines der Ergebnisse
einer Studie von der International
Telecommunication Union (ITU) und die Konferenz der Vereinten
Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD).
Im "World Information Society Report 2007" untersuchen
die Autoren für 181 Volkswirtschaften, wie sich die digitalen
Möglichkeiten seit den beiden UN-Weltgipfeln zur Informationsgesellschaft
(WSIS) 2003 in Genf und 2005 in Tunis weiterentwickelt haben.
Mobile Telefone sind in Entwicklungsländern
auf dem Vormarsch
Vor allem mobile Telefone verbreiten sich schnell: Bis 2008
soll es weltweit drei Milliarden Handys geben. Darin verbirgt
sich ein großes Potenzial für Entwicklungsländer.
An Kabel- und Modemverbindungen fehlt es in diesen Staaten,
durch Handys können die Menschen dort aber an der Wissensgesellschaft
teilhaben. Die Zahl der Handy-Nutzer stieg allein in Afrika
von 15 Millionen im Jahr 2000 auf 160 Millionen in 2006 an.
Mobiles Breitband, so genanntes 3G, gewinnt in Zentral- und
Ostasien an Nutzern, genauso in Lateinamerika und der Karibik.
Breitbandanschlüsse gebe es in 170 der 181 untersuchten
Staaten. Führend sind nach wie vor die USA, wo 2005 73,9
Prozent der Internetnutzer über Breitbandverbindungen
ins Internet gingen. In China waren es 51,2 Prozent –
bei gleichbleibender Wachstumsrate könnte China die USA
innerhalb von drei Jahren überholen, prognostizieren
die Autoren.
Hohe Kosten für Internetzugänge
Wirklich neue Erkenntnisse bietet die Studie aber nicht: Die
digitale Spaltung gehe zurück - besonders Entwicklungsländer
wie China und Indien holten auf. Volkswirtschaften mit geringem
bis mittlerem Einkommen stellen mittlerweile 30 Prozent der
weltweiten Internetnutzer. Ähnliches konnte man bereits
in den eReadiness-Rankings
der Economist Intelligence Unit nachlesen
Dennoch ist die digitale Kluft noch längst nicht überwunden.
Insbesondere macht sie sich in den unterschiedlichen monatlichen
Zugangskosten für Internetanschlüsse bemerkbar:
Menschen aus Volkswirtschaften mit geringem Durchschnittseinkommen
zahlen hier im Schnitt zehn mal höhere Preise als etwa
in den USA.
Der Bericht widmet sich auch der Sicherheit in der Cyberwelt.
Denn der IKT-Boom bringt auch einen Boom der Cyberkriminalität
mit sich – Virus-Attacken, Angriffe auf Online-Server
und Spam verbreiteten sich schneller als jede Kriminalität
der realen Welt. Spam-Mails machten heute so etwa 90 Prozent
des täglichen weltweiten Email-Verkehrs aus.
Die komplette Studie kann man hier
kostenfrei herunterladen.
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