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Simone Gerdesmeier Datum: Friday, 01. June 2007
Von: Simone Gerdesmeier sgerdesmeier@politik-digital.de
An: sgerdesmeier@politik-digital.de
URL  www.gipfelthemen.de

Die Entwicklung der Wissensgesellschaft

(Artikel) Die digitale Kluft wird schmaler, ist aber noch längst nicht überwunden. Handys ermöglichen auch Entwicklungsländern, an der Wissensgesellschaft teilzunehmen, die Kosten für Internetzugänge sind hier aber zehn mal höher als etwa in den USA. Das stellt der "World Information Society Report 2007" fest.

Heute nutzen doppelt so viele Menschen Informations- und Kommunikationstechnologien wie 1998. Das ist eines der Ergebnisse einer Studie von der International Telecommunication Union (ITU) und die Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD). Im "World Information Society Report 2007" untersuchen die Autoren für 181 Volkswirtschaften, wie sich die digitalen Möglichkeiten seit den beiden UN-Weltgipfeln zur Informationsgesellschaft (WSIS) 2003 in Genf und 2005 in Tunis weiterentwickelt haben.

Mobile Telefone sind in Entwicklungsländern auf dem Vormarsch

Vor allem mobile Telefone verbreiten sich schnell: Bis 2008 soll es weltweit drei Milliarden Handys geben. Darin verbirgt sich ein großes Potenzial für Entwicklungsländer. An Kabel- und Modemverbindungen fehlt es in diesen Staaten, durch Handys können die Menschen dort aber an der Wissensgesellschaft teilhaben. Die Zahl der Handy-Nutzer stieg allein in Afrika von 15 Millionen im Jahr 2000 auf 160 Millionen in 2006 an. Mobiles Breitband, so genanntes 3G, gewinnt in Zentral- und Ostasien an Nutzern, genauso in Lateinamerika und der Karibik.

Breitbandanschlüsse gebe es in 170 der 181 untersuchten Staaten. Führend sind nach wie vor die USA, wo 2005 73,9 Prozent der Internetnutzer über Breitbandverbindungen ins Internet gingen. In China waren es 51,2 Prozent – bei gleichbleibender Wachstumsrate könnte China die USA innerhalb von drei Jahren überholen, prognostizieren die Autoren.

Hohe Kosten für Internetzugänge

Wirklich neue Erkenntnisse bietet die Studie aber nicht: Die digitale Spaltung gehe zurück - besonders Entwicklungsländer wie China und Indien holten auf. Volkswirtschaften mit geringem bis mittlerem Einkommen stellen mittlerweile 30 Prozent der weltweiten Internetnutzer. Ähnliches konnte man bereits in den eReadiness-Rankings der Economist Intelligence Unit nachlesen

Dennoch ist die digitale Kluft noch längst nicht überwunden. Insbesondere macht sie sich in den unterschiedlichen monatlichen Zugangskosten für Internetanschlüsse bemerkbar: Menschen aus Volkswirtschaften mit geringem Durchschnittseinkommen zahlen hier im Schnitt zehn mal höhere Preise als etwa in den USA.

Der Bericht widmet sich auch der Sicherheit in der Cyberwelt. Denn der IKT-Boom bringt auch einen Boom der Cyberkriminalität mit sich – Virus-Attacken, Angriffe auf Online-Server und Spam verbreiteten sich schneller als jede Kriminalität der realen Welt. Spam-Mails machten heute so etwa 90 Prozent des täglichen weltweiten Email-Verkehrs aus.

Die komplette Studie kann man hier kostenfrei herunterladen.

 

 

Erschienen bei gipfelthemen.de am 01.07.2007
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