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Simone Gerdesmeier Datum: Monday, 11. June 2007
Von: Simone Gerdesmeier sgerdesmeier@politik-digital.de
An: sgerdesmeier@politik-digital.de
URL  www.gipfelthemen.de

Arbeitsgruppe berät über zivilgesellschaftliche Beteiligung

(Kurztext) Die International Telecommunication Unit (ITU) möchte offener für die Zivilgesellschaft werden. Wie sich Nichtregierungsorganisationen und Privatorganisationen in der ITU einbringen können, soll eine neue Arbeitsgruppe ab Mitte Juni diskutieren.

Im Beratungsprozess um den Weltgipfel der Informationsgesellschaft (WSIS) sieht sich die ITU einer prinzipiell für alle Interessenvertreter offenen Struktur gegenüber – Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft sollen gleichberechtigt sein. Die ITU selbst funktioniert nach dem Prinzip der Mitgliedsstaaten. ITU-Generalsekretär Hamadoun Touré stellt in einem Arbeitspapier dieses Modell weiterhin als effektiv heraus – doch wolle man sich dem Aufbau des WSIS weiter anpassen.

Bereits heute sind einige Nichtregierungsorganisationen in der ITU vertreten. Außer regionalen und internationalen Organisationen bedürfen diese aber der Zustimmung durch die Mitgliedsstaaten. Wie man die zivilgesellschaftlichen Forderungen nach mehr Beteiligung erfüllen kann, will die „Arbeitsgruppe zur Einbeziehung aller Interesenvertreter“ beraten. Unter anderem sollen mehr Dokumente frei zugänglich sein, die Teilnahme von Beobachtern an ITU-Treffen soll einfacher werden. Weiterhin überlegt die ITU, auf ihrer Internetseite ein Diskussions-Portal für die Zivilgesellschaft einzurichten.

Als Vorteile einer breiteren Beteiligung der Zivilgesellschaft sehen die Mitgliedsstaaten, dass sie von praktischen Erfahrungen profitieren könnten und NGOs auch Interessen kleinerer Gruppen in die Gespräche einbringen können. Zudem erhoffen sie sich eine stärkere Zusammenarbeit mit Hochschulen und Forschungszentren, welche die Einbeziehung der Zivilgesellschaft gewährleisten soll. Doch auch einige Befürchtungen verknüpft die ITU mit einer Öffnung für mehr Interessenvertreter: etwa ineffektivere Beratungen, Politisierung der Gespräche oder höhere Kosten der Veranstaltungen.

 

Zuerst erschienen bei gipfelthemen.de am 11.06.2007
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