Beim Online-Handel gehört Deutschland
zu den Besten
(Artikel) Herausragende Umsätze im Online-Handel,
Nachholbedarf bei der Verbreitung von Breitbandanschlüssen
und der Nutzung von eGovernment-Diensten: Ein Bericht zeigt,
wo Deutschlands Informations- und Kommunikationswirtschaft
im europäischen Vergleich steht.
Deutschland Informations- und Kommunikationswirtschaft (IuK-Wirtschaft)
steht im Europäischen Vergleich gut da. Zu diesem Ergebnis
kommt der Bericht „Monitoring Informations- und Kommunikationswirtschaft“,
den das Marktforschungsinstitut TNS
Infratest und die Auftraggeber aus dem Bundesministeriums
für Wirtschaft am 10. Juli vorstellten.
Zum zehnten Faktenbericht über den Stand der deutschen
IuK-Wirtschaft verfasste TNS erstmals einen „ePerformance
Report“: Die Autoren zeigen Entwicklungen von 2005 bis
2007 in 30 Kernindikatoren auf und vergleichen diese zum einen
mit der durchschnittlichen Leistung der europäischen
Staaten, zum anderen mit dem Spitzenreiter im jeweiligen Sektor.
Zu diesen Kernindikatoren gehören zum Beispiel die Pro-Kopf-Ausgaben
für Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT),
die Umsätze aus Online-Handel, dem so genannten eCommerce,
und die Verbreitung von Computern und Internetzugängen.
Deutschland ist größter IKT-Markt Europas
Im Gesamtergebnis liegt die Leistung der deutschen IuK-Wirtschaft
demnach um sieben Prozent über dem europäischen
Durchschnitt. Mit Umsätzen von 134 Milliarden Euro sei
der deutsche IKT-Markt der größte in Europa und
erreiche im weltweiten Vergleich den dritten Rang. Die Herausgeber
der Studie erwarten für das Jahr 2007 sogar weiteres
Wachstum. Die Stärken sehen sie vor allem im eCommerce:
Der Pro-Kopf-Umsatz des Internet-Handels liege weit über
dem Durchschnitt in Europa. Weltweit kann sich Deutschland
hier an siebter Stelle platzieren und liege nur knapp hinter
dem europäischen Spitzenreiter, den Niederlanden.
Der Bericht weist auch auf Nachholbedarf hin: Trotz des insgesamt
hohen Umsatzes ginge das Wachstum der IKT-Umsätze zurück.
Für die Herausgeber ist dies ein Zeichen, dass höhere
Investitionen in den IKT-Sektor nötig sind. Bei der Verbreitung
von Breitbandanschlüssen erreiche Deutschland ebenfalls
nicht das Durchschnittsniveau in Westeuropa.
Wenige Bürger nutzen eGovernment-Dienste
Zu den Kernindikatoren gehören auch die Online-Verfügbarkeit
und Nutzung von eGovernment-Diensten. Im internationalen Vergleich
landet Deutschland hier im unteren Mittelfeld. Im Vergleich
mit anderen europäischen Ländern erreicht Deutschland
den achten Platz. 32 Prozent der deutschen Bürger nutzen
laut der Studie die Möglichkeit, Verwaltungsdienste online
abzurufen. In Island, Spitzenreiter in dieser Kategorie, sind
es dagegen 61 Prozent, in Norwegen 57 Prozent und in den Niederlanden
52 Prozent. Von den deutschen Unternehmen nutzen 49 Prozent
eGovernment-Dienste. Island ist auch in dieser Kategorie führend,
hier nehmen 95 Prozent der Unternehmen Online-Services in
Anspruch.
Der Bericht „Monitoring Informations- und Kommunikationswirtschaft“
geht auch auf die Verbreitung und Nutzung von Web 2.0-Diensten
ein. Die Deutschen sind demnach nicht so aktiv im Mitmach-Netz
unterwegs wie US-Amerikaner, Briten oder Kanadier. Die beliebteste
Web 2.0-Anwendung in Deutschland ist das interaktive Online-Lexikon
Wikipedia, gefolgt vom Video-Portal YouTube. Webblogger seien
in Deutschland noch unterrepräsentiert. Die Studie will
dies daran festmachen, dass nur ein Prozent der bei Technorati
gelisteten Blogs in deutscher Sprache verfasst werden. An
der Spitze der Liste stehen englischsprachige Blogs (33 Prozent),
gefolgt von Weblogs in Japanisch (30 Prozent) und Chinesisch
(10 Prozent) - was auch daran liegen könnte, dass weltweit
mehr Menschen Englisch oder Chinesisch sprechen als Deutsch.
Den Monitoring-Bericht und den ePerformance-Report 2007 kann
man auf der Website von TNS Infratest zum kostenlosen Download
bestellen.
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