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Simone Gerdesmeier Datum: Tuesday, 23. May 2006
Von: Simone Gerdesmeier sgerdesmeier@politik-digital.de
An: sgerdesmeier@politik-digital.de
URL  www.gipfelthemen.de

Mehr Wireless Technologien für Afrika gefordert

Trotz immer weiter fortschreitender Entwicklung auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationswissenschaften sind weltweit noch immer zwei Drittel aller Menschen ohne Zugang zu Kommunikationsmitteln wie Telefon und Internet. Wie eine Veröffentlichung der Panos Media London nun aufzeigt, könnten Wireless Technologie einen Beitrag zur Überwindung der digitalen Spaltung leisten.

Der Austausch von Informationen über Radiowellen – ob per Telefon oder per Computer - kann schneller und günstiger sein und mit weniger Aufwand eine größere Reichweite aufweisen als Verbindungen über Kabel. Gerade Staaten mit eher schlechter technologischer Infrastruktur und großen ländlichen Gebieten, wie etwa Afrika, könnten von der Verbreitung der Radiowellentechnologie profitieren. Nur 2,6 Prozent der afrikanischen Bevölkerung verfügen über einen Internetzugang, 3,7 Prozent über einen Festnetz- oder Mobilanschluss. Der Grund für diese geringe Verbreitung von Anschlüssen liegt vor allem in den horrenden Kosten. Ein Internetzugang in Afrika kostete etwa 90 mal so viel wie in den USA, bei deutliche niedrigerem Einkommen der Bevölkerung. Durch den Ausbau der kabellosen Zugänge könnte diese Situation geändert werden. Bis jetzt müssen Betreiber Internet-Traffic und Telefongespräche für viel Geld über Europa oder Nordamerika leiten, um damit ein anderes Land in Afrika zu erreichen. Die dafür genutzten Unterseekabel gehören zu den teuersten der Welt. Die Errichtung von Funktürmen auf dem Kontinent selbst könnte dagegen viele Menschen kostengünstig und schnell miteinander verbinden.

Allerding verhindern ungünstige politische Rahmenbedingungen eine flächendeckende Einführung der Wireless Technologie. Zum einen versuchen die Regierungen der Staaten, die großen Monopole vor Konkurrenz durch kleine Unternehmen zu schützen, außerdem werden hohe Lizenzgebühren auf Radiowellenfrequenzen und hohe Zölle auf importierte technische Geräte erhoben, was Wireless LAN für den Großteil der Bevölkerung nicht erschwinglich macht. Weiterhin fehlt es an klaren, innovativen Plänen, um die Vergabe der Radiofrequenzen so zu regeln, dass sich die Frequenzen der unterschiedlichen Anbieter nicht überschneiden. Hier sind nationale Strategien gefordert, die den Markt für neue Anbieter öffnen, Lizenzvergaben und Lizenzbefreiungen regeln und so die Grundlagen schaffen, wirtschaftliche und sozialen Fortschritt zu fördern.

Zuerst erschienen bei politik-digital.de am 23.05.2006
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