Mehr Wireless Technologien für Afrika
gefordert
Trotz immer weiter fortschreitender Entwicklung auf dem Gebiet
der Informations- und Kommunikationswissenschaften sind weltweit
noch immer zwei Drittel aller Menschen ohne Zugang zu Kommunikationsmitteln
wie Telefon und Internet. Wie eine Veröffentlichung
der Panos Media London
nun aufzeigt, könnten Wireless Technologie einen Beitrag
zur Überwindung der digitalen Spaltung leisten.
Der Austausch von Informationen über Radiowellen –
ob per Telefon oder per Computer - kann schneller und günstiger
sein und mit weniger Aufwand eine größere Reichweite
aufweisen als Verbindungen über Kabel. Gerade Staaten
mit eher schlechter technologischer Infrastruktur und großen
ländlichen Gebieten, wie etwa Afrika, könnten von
der Verbreitung der Radiowellentechnologie profitieren. Nur
2,6 Prozent der afrikanischen Bevölkerung verfügen
über einen Internetzugang, 3,7 Prozent über einen
Festnetz- oder Mobilanschluss. Der Grund für diese geringe
Verbreitung von Anschlüssen liegt vor allem in den horrenden
Kosten. Ein Internetzugang in Afrika kostete etwa 90
mal so viel wie in den USA, bei deutliche niedrigerem
Einkommen der Bevölkerung. Durch den Ausbau der kabellosen
Zugänge könnte diese Situation geändert werden.
Bis jetzt müssen Betreiber Internet-Traffic und Telefongespräche
für viel Geld über Europa oder Nordamerika leiten,
um damit ein anderes Land in Afrika zu erreichen. Die dafür
genutzten Unterseekabel gehören zu den teuersten der
Welt. Die Errichtung von Funktürmen auf dem Kontinent
selbst könnte dagegen viele Menschen kostengünstig
und schnell miteinander verbinden.
Allerding verhindern ungünstige politische Rahmenbedingungen
eine flächendeckende Einführung der Wireless Technologie.
Zum einen versuchen die Regierungen der Staaten, die großen
Monopole vor Konkurrenz durch kleine Unternehmen zu schützen,
außerdem werden hohe Lizenzgebühren auf Radiowellenfrequenzen
und hohe Zölle auf importierte technische Geräte
erhoben, was Wireless LAN für den Großteil der
Bevölkerung nicht erschwinglich macht. Weiterhin fehlt
es an klaren, innovativen Plänen, um die Vergabe der
Radiofrequenzen so zu regeln, dass sich die Frequenzen der
unterschiedlichen Anbieter nicht überschneiden. Hier
sind nationale Strategien gefordert, die den Markt für
neue Anbieter öffnen, Lizenzvergaben und Lizenzbefreiungen
regeln und so die Grundlagen schaffen, wirtschaftliche und
sozialen Fortschritt zu fördern.
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