Inhalte
und Vorbilder
Ohne Zweifel kann
die digitale Spaltung durch den Aufbau technischer Infrastrukturen
- vergleiche „Leitungen
& Festplatten“ - und durch die Förderung
von „Medien
& Kompetenz“ verringert werden. Doch was nützt
die beste technische Ausstattung und die größte
Kompetenz, wenn die Inhalte der neuen Medien für den
Nutzer wenig Mehrwert bieten und nicht zum Vorbild taugen?
Was ist „guter“ Inhalt und was taugt als Vorbild?
Diesen Fragen wird in der Rubrik „Inhalte
& Vorbilder“ nachgegangen.
Allein in Deutschland
existieren über sechs Millionen Internetadressen mit
der Domain-Endung .de. Weltweit gibt es inzwischen mehrere
Milliarden Internetseiten. Doch die Erstellung von gutem,
qualitativ mehrwertigem Inhalt macht Arbeit und kostet Geld.
Erst langsam schälen sich nationale und internationale
Qualitäts-Standards und gängige Formate heraus.
Längst nicht am Ende ist die Suche nach sinnvollen Datenbankstrukturen
oder beliebten Service-Angeboten.
Das Innovationspotenzial
bei neuartigen Formen und Darstellungsweisen ist unvorstellbar
groß: Neue Techniken können helfen, Informationen
interaktiver, leichter lernbar oder unterhaltsamer zu präsentieren.
Große Datenbestände können zu geringeren Kosten
zusammengestellt und leichter nutzbar gemacht werden. Neue
Endgeräte wie Mobiltelefone erfordern ebenfalls neue
Inhalte und Strukturen.
„Content
is king“ bzw. „Inhalte sind das wichtigste“
flüsterten einst die Vorreiter des New-Economy-Aufbruchs.
Doch was ist nach der Krise der Medienanbieter davon übrig
geblieben?
Zudem gilt zu berücksichtigen,
dass vorbildliche Inhalte sich immer auch nach den Bedürfnissen
der Nutzer richten. So stellt sich die Frage: Welche Information
für welchen Nutzer? Und: Will man globale oder lokale
Inhalte übermitteln? In Industrienationen scheint das
Internet nur dann als echter Mehrwert zu gelten, wenn es auch
lokale Inhalte einfach und für jeden erreichbar transportieren
kann. So beinhaltet die Webseite bspw. einer Stadt wie Berlin
neben öffentlichen Verwaltungsfunktionen auch touristische
oder kulturell verwertbare Informationen. In Entwicklungsländern
mit geringerer PC-Verbreitung stehen nach wie vor globalere
Inhalte im Mittelpunkt des Interesses, so zum Beispiel der
Aufbau von web-gestützten Gesundheitsdatenbanken zum
schnellen Austausch von Patienteninformationen oder Software-Maßnahmen
für Verwaltungsmodernisierung. Für Inhalte mit extrem
kurzer Verfallszeit fehlen hier oft die Nutzer und auch die
Infrastruktur-Rahmenbedingungen.
In der Rubrik „Inhalte
&Vorbilder“ werden nicht nur vorbildliche Anwendungen
der neuen Medien vorgestellt. Ein ebenso starkes Augenmerk
soll auf vorbildlichen Projekten liegen, die sich dem Problem
der digitalen Spaltung widmen oder eine innovative Form und
Struktur haben, die es vorzustellen lohnt. Das muss nicht
immer eine Internetseite sein.
Während des UNO-Gipfels zur Informationsgesellschaft
(10. bis 12. Dezember 2003 in Genf), aus dessen Anlass diese
Internetseite entstand, werden sicher viele Beispiele von
guten und schlechten Medienanwendungen genannt, wird von Investitionsruinen
und erfolgreichen Förderprogrammen berichtet. In der
Rubrik „Inhalte & Vorbilder“ lenken wir den
Blick auf solche Programme und Projekte, um das Dickicht ein
wenig durchschaubarer zu machen.
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auf der ersten Seite der Rubrik „Inhalte
& Vorbilder“ im Oberthema „digitale Spaltung“.
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